Freiwillige der Tafel Göttingen sortieren gerettete Lebensmittel für Bedürftige
Freiwillige der Tafel Göttingen sortieren gerettete Lebensmittel für Bedürftige, Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Göttingen – Seit drei Jahrzehnten engagiert sich die Tafel Göttingen für Menschen mit geringem Einkommen und rettet dabei tonnenweise Lebensmittel. Nun steht sie vor einer großen Herausforderung: Der Verein möchte dringend neue Räumlichkeiten schaffen, um die Bedingungen für seine Kundinnen und Kunden zu verbessern. Für den geplanten Umbau werden mehr als 200.000 Euro benötigt.

  • Ziel ist es, eine wettergeschützte Wartezone einzurichten.
  • Rund 1700 Kundinnen und Kunden nutzen derzeit sechs Ausgabestellen.
  • Über 120 Freiwillige unterstützen die Arbeit regelmäßig.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Dr. Peter Cordes gründet die Göttinger Tafel
  2. Enge Räume in der Mauerstraße
  3. Engagement und Unterstützung aus der Bevölkerung
  4. Klare Regeln bei der Lebensmittelannahme

Dr. Peter Cordes gründet die Göttinger Tafel

Die Göttinger Tafel wurde vor 30 Jahren gegründet. Initiator war der Augenarzt Dr. Peter Cordes. Sie war die fünfte Einrichtung dieser Art in Deutschland. Inspiriert wurde das Konzept von der ersten Tafel, die 1993 in Berlin entstand. Diese wiederum hatte ihre Idee aus New York übernommen. Damals erhielten rund 80 Menschen regelmäßig Lebensmittel. Heute sind es etwa 1700, die ihre Unterstützung in sechs verschiedenen Stadtteilen finden.

Die Geschäftsführerin Brigitte Nagel betont, dass schon früh ein klarer Bedarf bestand. Heute ist die Tafel fester Bestandteil des sozialen Netzes der Stadt. Sie verteilt wöchentlich zwei Mal Lebensmittel an Personen, die ihren Unterstützungsbedarf nachweisen können. In den vergangenen Jahren gab es keinen Aufnahmestopp, was eine stabile Versorgung ermöglicht.

Enge Räume in der Mauerstraße

Die Hauptstelle der Tafel befindet sich an der Mauerstraße. Dort warten die Menschen derzeit bei jedem Wetter im Freien. Mit dem Umbau sollen neue Innenräume entstehen, um das Warten zu erleichtern. Der Verein plant spezielle Aufenthaltsräume, in denen die Kundinnen und Kunden geschützt stehen können. Die Baukosten betragen über 200.000 Euro.

Um diese Summe zu finanzieren, setzt die Tafel auf Spenden. Jede Unterstützung zählt. Informationen über andere soziale Projekte in Göttingen finden sich beispielsweise im Artikel über die Weihnachtshilfe 2024, die ebenfalls Bedürftige in der Region unterstützt.

Engagement und Unterstützung aus der Bevölkerung

Etwa 120 Ehrenamtliche engagieren sich regelmäßig für die Göttinger Tafel. Sie übernehmen Logistik, Sortierung und Ausgabe der Lebensmittel. Auch Schülerinnen, Schüler und Studierende helfen mit und können dabei Studienqualifikationspunkte (Credits) erwerben. Die Koordination erfolgt durch vier fest angestellte Mitarbeitende.

Neben den Menschen tragen lokale Unternehmen entscheidend zum Erfolg bei. Supermärkte und Lebensmittelhersteller liefern regelmäßig überschüssige Ware. Pro Jahr werden dadurch über 650 Tonnen Lebensmittel gerettet. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung von Abfällen. Einen Überblick über andere Projekte in Göttingen, die sich mit Nachhaltigkeit befassen, bietet der Artikel über den Forstgarten Göttingen.

Klare Regeln bei der Lebensmittelannahme

Die Tafel Göttingen nimmt grundsätzlich fast alle Lebensmittelspenden an. Aus hygienischen Gründen gibt es jedoch klare Ausnahmen. Nicht angenommen werden zum Beispiel:

  1. Hackfleisch oder nicht verpackte Fleisch- und Wurstwaren
  2. Obst und Gemüse aus privaten Gärten
  3. Eier nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums
  4. Selbstgemachte Marmeladen und offene Lebensmittel aus Privathaushalten

Auch Konserven ohne Etikett oder beschädigte Dosen werden nicht verteilt. Das Einhalten dieser Vorschriften dient der Sicherheit der Kundinnen und Kunden. Wer sich für weitere lokale Initiativen interessiert, kann sich über soziale Herausforderungen in Göttingen informieren.

Mit den geplanten Baumaßnahmen möchte die Tafel Göttingen nicht nur Platzprobleme lösen, sondern auch die Versorgung langfristig sichern. Das Ziel bleibt klar: weniger Verschwendung, mehr Hilfe für Bedürftige.

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Quelle: HNA