Studierende in Göttingen bereiten Proteste gegen AfD-Jugend vor
Studierende in Göttingen bereiten Proteste gegen AfD-Jugend vor, Foto illustrativ: Pexels/Pexels-Lizenz

Am Dienstag hat sich in Göttingen eine breite Studierendenbewegung formiert, um die geplante Gründung der neuen AfD-Parteijugend „Generation Deutschland“ Ende November zu verhindern. Rund 600 Studierende versammelten sich im Zentralen Hörsaalgebäude (ZHG) der Universität Göttingen, um ihren Protest zu organisieren. Die Aktion ist Teil des Bündnisses „Widersetzen“, das deutschlandweit gegen rechtsextreme Strukturen mobilisiert.

Inhaltsverzeichnis:

Protest im ZHG mit großer Beteiligung

Schon am Nachmittag machten die Organisatoren auf dem Campus der Universität auf ihr Anliegen aufmerksam. Auf einem Banner der Gruppe Studis gegen Rechts Göttingen war der Schriftzug „Gegen rechte Strukturen auf der Straße“ zu lesen. Am Abend füllte sich der große Saal im ZHG mit etwa 600 Teilnehmenden.

Leonie, Moderatorin der Veranstaltung, zeigte sich begeistert über die Resonanz. Sie erklärte, dass man „hoffentlich mit zehn Bussen nach Gießen“ fahren werde. Auch Mitglieder der Azubis gegen Rechts und zahlreiche Schüler wollen sich anschließen.

Mehr zu gesellschaftlichen Initiativen in der Stadt finden Sie unter Göttingen stoppt Online-Hass, wo ebenfalls lokale Bündnisse gegen extremistische Tendenzen vorgestellt werden.

Geschichte der Jungen Alternative

Die Junge Alternative (JA) wurde 2013 gegründet und zwei Jahre später als offizielle Jugendorganisation der AfD anerkannt. 2023 stufte der Verfassungsschutz die JA als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ ein. Im Frühjahr 2025 löste sich die Gruppe nach einem Beschluss des AfD-Parteitags auf.

Nun soll Ende November die neue Organisation „Generation Deutschland“ entstehen. Sie soll, anders als die JA, keine eigenständige Vereinigung, sondern eine Unterstruktur der Partei sein. Die Studierenden in Göttingen erklärten geschlossen, dass eine Neugründung der AfD-Jugend verhindert werden müsse.

Auch in anderen Kontexten wird die Stadt zunehmend zum Zentrum politischer Aktivität. Einen Überblick über lokale Entwicklungen bietet der Beitrag Göttingen plant Waffenverbotszone in der Innenstadt.

Aktivisten Leonie, Jana, Volkhard und Paula im Einsatz

Während der Vollversammlung sprachen mehrere Aktivisten. Jana rief die Studierenden dazu auf, am 29. November in Gießen aktiv zu werden. Sie sagte: „Wir werden die Jugend sein, die sich wehrt und widersetzt. Und zwar am 29. November in Gießen und an jedem einzelnen Tag danach.“

In einer anschließenden Präsentation wurden Kritikpunkte an der neuen AfD-Jugendorganisation erläutert. Es folgte ein Dialog zwischen Volkhard, einem ehemaligen Aktivisten der 68er-Bewegung und Mitglied der Linken, und Paula, Vertreterin der jüngeren Generation.

Volkhard berichtete über frühere Kämpfe gegen die NPD und über politische Gruppen der 1970er-Jahre. Dabei blieben Kritik an historischen Figuren wie Mao oder Trotzki aus. Die Veranstaltung zeigte, dass verschiedene Generationen von Aktivisten an einem gemeinsamen Ziel arbeiten.

Mehr Hintergründe zu studentischem Engagement in Göttingen finden Sie unter hohe Semestergebühren belasten Studierende in Göttingen.

Unsicherheit über Ausgang des Protests

Die Organisatoren rechnen mit bis zu 40.000 Demonstrierenden in Gießen. Die tatsächliche Zahl bleibt ungewiss. Ob die Gründung der neuen AfD-Jugend „Generation Deutschland“ verhindert werden kann, ist offen. Dennoch gilt die Mobilisierung der Studierenden als bedeutendes Signal gegen rechtsextreme Strukturen.

Nach dem offiziellen Teil der Versammlung tauschten sich die Teilnehmenden bei Waffeln, Glühwein und Kinderpunsch aus. Der Abend zeigte, dass das Engagement der Göttinger Studierenden weit über die Universität hinauswirkt.

In der Stadt gibt es immer wieder Aktionen, die auf gesellschaftliche Teilhabe setzen – ähnlich wie das Projekt Göttingen leuchtet in der Nacht der Lichter, das Zusammenhalt und Vielfalt betont.

Die Bewegung aus Göttingen bleibt entschlossen, ein deutliches Zeichen gegen jede Form von Rechtsextremismus zu setzen.

Standort auf Google Maps prüfen:

Karte: Google Maps

Quelle: HNA, WEBRIVAIG