Zentrum für Kinder und Jugendliche entsteht
Zentrum für Kinder und Jugendliche entsteht, Pixabay/Foto illustrativ

Die Stadt Göttingen hat ein umfassendes Konzept für die Sanierung der historischen Stockleffmühle vorgestellt. Das denkmalgeschützte Gebäude im Herzen der Altstadt soll nach jahrelangem Stillstand wieder genutzt werden. Geplant ist ein zentraler Ort für Kinder- und Jugendangebote. Der Abschluss des Projekts ist bis Ende 2027 oder Anfang 2028 vorgesehen.

Inhaltsverzeichnis:

Stockleffmühle am Waageplatz

Die Stockleffmühle liegt direkt am Waageplatz und am Leinekanal. Seit mehr als zehn Jahren ist das Gebäude stark sanierungsbedürftig und wird nur notdürftig durch Balkenkonstruktionen gesichert. Das Fachwerkhaus war in der Vergangenheit mehrfach Gegenstand von Investoreninteresse. Ideen reichten von einem Restaurant bis zu einem Kauf durch die Stadt. Konkrete Ergebnisse blieben aus.

Die jetzige Lösung sieht vor, dass die Immobilie zunächst für einen symbolischen Preis von 1 Euro an die Städtische Wohnungsbau GmbH Göttingen (SWB) übertragen wird. Auch das Grundstück geht über einen Erbbaurechtsvertrag an die Gesellschaft. Bereits 2012 war ein ähnlicher Plan unter Geschäftsführer Rolf-Georg Köhler im Gespräch, scheiterte jedoch.

Beteiligung von Stadt, SWB und BFGoe

Die Stadt Göttingen, die SWB und die Beschäftigungsförderung Göttingen (BFGoe) haben ein tragfähiges Konzept erarbeitet. Dieses wurde am 21. August im Bauausschuss vorgestellt. Zunächst soll das Gebäude gesichert, dann grundlegend saniert und durch einen Anbau erweitert werden.

Wichtige Eckpunkte:

  • Übertragung an die SWB für 1 Euro
  • Nutzung durch die BFGoe nach Fertigstellung
  • Schwerpunkt Kinder- und Jugendangebote
  • Einbindung von Partnern wie der Jugendhilfe Göttingen

Zuvor gab es mehrere Initiativen, etwa einen CDU-Antrag im Jahr 2018 oder Gespräche des damaligen Oberbürgermeisters Rolf-Georg Köhler mit Investoren. Diese blieben jedoch ohne Umsetzung.

Petra Broistedt und Frithjof Look zu den Plänen

Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD) bezeichnet die Sanierung als wichtigen Schritt. Sie sieht darin die Chance, ein bedeutendes Kulturdenkmal zu erhalten und gleichzeitig ein Zentrum für junge Menschen zu schaffen. Stadtbaurat Frithjof Look betonte die geplante Finanzierung über die Städtebauförderung des Landes Niedersachsen.

Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 6,1 Millionen Euro. Davon soll die Stadt etwa 2 Millionen Euro selbst tragen. Das Vorhaben hängt von der abschließenden Genehmigung der Fördermittel ab.

Architektenstudie von 2023

Im Juli 2023 hatten der Architekt Bernhard Kilper und der Holzbauexperte Jupp Weßling eine Studie vorgestellt. Das Ergebnis: Die Stockleffmühle ist in einem besseren Zustand als zuvor angenommen. Die Schäden seien für das Alter des Gebäudes überschaubar.

Frühere Ideen, das Gebäude als Bildungszentrum für das Institut für angewandte Kulturforschung (ifak) und das Entwicklungspolitische Informationszentrum (EPIZ) zu nutzen, wurden verworfen. Eine geplante Stiftung „Welthaus“ ist nicht weiter verfolgt worden.

Zentrale Bedeutung für Göttingens Innenstadt

Mit der Sanierung soll ein neues Bildungs- und Jugendzentrum entstehen. Angebote, die bisher auf mehrere Standorte verteilt waren, werden künftig gebündelt. Die Neugestaltung des gegenüberliegenden Waageplatzes soll zusätzlich zur Aufwertung des Areals beitragen.

Bis 2028 soll die Stockleffmühle vollständig saniert und eröffnet sein. Damit endet eine über zehn Jahre andauernde Debatte um das historische Gebäude.

Quelle: HNA