Die Göttinger Sport- und Freizeit GmbH (GöSF) steht unter finanziellem Druck. Seit August 2024 ist das Parken vor dem Badeparadies Eiswiese kostenpflichtig, was viele Besucher und Kleingartenbesitzer verärgert hat. Das Gelände wird zudem videoüberwacht. Auch an anderen Standorten wie dem Jahnstadion und dem Parkbad Weende soll das Parkraummanagement bald folgen. Ab Januar sind dort Gebühren geplant. Im Badeparadies Eiswiese steigen außerdem erneut die Preise. Zusätzlich wird die Pflege von Sportflächen eingeschränkt, um Kosten zu senken.
Inhaltsverzeichnis:
- Steigende Energiekosten im Badeparadies Eiswiese
- Neue Kosten für Veranstalter und Besucher
- Veränderungen im Sportpark Jahnstadion
- Investitionen in Tiny Houses und Führungswechsel
Steigende Energiekosten im Badeparadies Eiswiese
Die Ausgaben für Energie sind in den letzten Jahren massiv gestiegen. Im Jahr 2021 betrugen die Kosten für die Wärmeerzeugung im Badeparadies Eiswiese rund 220.000 Euro. Drei Jahre später, 2024, lagen sie bei etwa 900.000 Euro – also mehr als viermal so hoch. Ein Konzept für eine günstigere Energieversorgung wurde bislang nicht umgesetzt. Die Stadtverwaltung will diesen Punkt nun prüfen und Lösungen suchen.
- Energiekosten 2021: 220.000 Euro
- Energiekosten 2024: 900.000 Euro
- Anstieg: rund 309 %
Laut Stadtverwaltung hätte ein alternatives Wärmekonzept ein erhebliches Einsparpotenzial geboten. Doch die GöSF hat bisher kein entsprechendes Projekt vorgestellt. Ähnliche Themen zur städtischen Entwicklung finden sich im Bericht über den Ausbau der Annastraße.
Neue Kosten für Veranstalter und Besucher
Auch Veranstalter werden künftig stärker zur Kasse gebeten. Wer Eintrittsgelder oder Startgebühren bei Veranstaltungen in GöSF-Sporthallen erhebt, muss künftig einen Teil der Reinigungskosten tragen. Betroffen sind unter anderem die S-Arena sowie die Sporthallen in Geismar und Weende. Die GöSF betont, dass „praktikable und faire Vereinbarungen“ angestrebt werden.
Weitere Preiserhöhungen für die Schwimmbäder sind derzeit nicht vorgesehen. Allerdings steigen die Eintrittspreise für die Saunawelt im Badeparadies Eiswiese zum Jahreswechsel 2024/2025.
Ein Blick auf die zunehmenden Belastungen in der Stadt zeigt, dass auch andere Bereiche betroffen sind – etwa die Tafel Göttingen, die neue Räume für ihre Arbeit sucht.
Veränderungen im Sportpark Jahnstadion
Ein Teil der bewirtschafteten Sportflächen fällt künftig weg. Im Sportpark Jahnstadion betrifft dies die sogenannten „Südplätze“. Vereine und Nutzer sollen auf andere Sportanlagen im Stadtgebiet ausweichen können.
Das Baseballfeld wird künftig von der BG Göttingen übernommen. Das Jahnstadion selbst soll wieder intensiver genutzt werden – sowohl für Fußball als auch für andere Sportveranstaltungen. Ziel sei laut GöSF eine „effizientere, nachhaltigere und zukunftsfähige Sportlandschaft im Sinne aller Göttinger Sportler“.
Unklar bleibt, wie hoch die geplanten Einsparungen bei Pflege, Unterhaltung und Verwaltung ausfallen. Die GöSF hat dazu keine Zahlen genannt. Auch die Übergabe von sechs Tennisplätzen im Ostviertel an Vereine oder erfahrene Betreiber soll Kosten senken und die Verantwortung teilweise verlagern. Weitere Informationen zur lokalen Sport- und Freizeitlandschaft in Göttingen findest du hier.
Investitionen in Tiny Houses und Führungswechsel
Umstritten bleibt die Anschaffung sogenannter „Tiny Houses“ auf dem GöSF-Gelände in der Südstadt. Die GöSF betont: „Die Rolling Lodges wurden über langfristig etatisierte Investitionsmittel finanziert. Es handelt sich um ein strategisches Angebot, mit dem wir sportaffine Gäste, Familien und Radreisende an das Freibad Brauweg sowie den Sportpark Göttingen binden wollen.“
Zu den genauen Kosten und Einnahmen äußert sich das Unternehmen nicht. Die Unterkünfte sind seit Sommer beziehungsweise Herbst 2025 in Betrieb. Eine Auswertung der Ergebnisse soll mit dem Jahresabschluss 2025 erfolgen. Nach Angaben der GöSF „verläuft die Nachfrage sehr positiv; das Angebot soll dauerhaft Teil unseres touristischen Portfolios werden.“
An der Unternehmensspitze gab es ebenfalls Veränderungen. Der langjährige Mitarbeiter und Prokurist Jörn Lührs hat die Leitung übernommen. Das Arbeitsverhältnis mit Geschäftsführer Andreas Gruber wurde beendet.
Die finanzielle Lage der GöSF bleibt angespannt. Mit Gebührenerhöhungen, Flächenreduktionen und neuen Geschäftsstrategien versucht das städtische Tochterunternehmen, die Belastung der Stadtkasse zu verringern und gleichzeitig den Betrieb zentraler Freizeiteinrichtungen in Göttingen langfristig zu sichern. Weitere Einblicke in lokale wirtschaftliche Entwicklungen bietet der Artikel über nachhaltige
Überprüfe die Standorte der Wasserparks in Göttingen auf Google Maps:
Karte: Google Maps
Quelle: HNA, WEBRIVAIG
FAQ
Warum erhebt die GöSF jetzt Parkgebühren?
Seit August 2024 erhebt die GöSF Parkgebühren am Badeparadies Eiswiese, um zusätzliche Einnahmen zu erzielen und die finanzielle Lage zu stabilisieren.
Wie stark sind die Energiekosten gestiegen?
Die Kosten für die Wärmeerzeugung stiegen von rund 220.000 Euro im Jahr 2021 auf etwa 900.000 Euro im Jahr 2024.
Welche Anlagen sind von den Sparmaßnahmen betroffen?
Betroffen sind unter anderem die Südplätze im Sportpark Jahnstadion, mehrere Tennisplätze im Ostviertel sowie die Saunawelt im Badeparadies Eiswiese.
Wer leitet derzeit die GöSF?
Die Leitung der GöSF hat der langjährige Mitarbeiter und Prokurist Jörn Lührs übernommen, nachdem das Arbeitsverhältnis mit Andreas Gruber beendet wurde.
Was sind die Tiny Houses der GöSF?
Die „Rolling Lodges“ sind kleine Unterkünfte auf dem Gelände in der Südstadt, die sportaffine Gäste und Familien anziehen sollen.