Die Stadt Göttingen will entschieden gegen Kriminalität im nördlichen Innenstadtbereich vorgehen. Dafür plant die Verwaltung eine Waffenverbotszone, über die der Rat am 12. Dezember in öffentlicher Sitzung abstimmen wird. Das Tragen von Waffen, Messern und gefährlichen Gegenständen soll dort künftig untersagt sein. Ziel ist es, die Sicherheit spürbar zu erhöhen und Straftaten vorzubeugen.
Inhaltsverzeichnis:
- Robert-Gernhard-Platz und Waageplatz im Fokus
- Petra Broistedt setzt auf sichtbare Sicherheit
- Christian Schmetz nennt steigende Kriminalitätszahlen
- Kosten und nächste Schritte
Robert-Gernhard-Platz und Waageplatz im Fokus
Betroffen sind mehrere zentrale Orte, darunter der Robert-Gernhard-Platz, der Waageplatz, die Weender Straße zwischen Heinz-Erhardt-Platz und Jüdenstraße, die Reitstallstraße sowie ein Teil des Stadtwalls. Auch das Einkaufszentrum Carré und das zugehörige Parkhaus sollen in die Zone einbezogen werden. Die Eigentümer des Carré haben an der Planung mitgewirkt und unterstützen das Vorhaben der Stadt.
Die Verbotszeiten sind klar definiert: Von Montag bis Donnerstag gilt die Regelung zwischen 16.30 Uhr und 8.30 Uhr am Folgetag, an Wochenenden durchgehend. Damit will die Verwaltung besonders jene Zeiten abdecken, in denen laut Polizei die meisten Delikte stattfinden. Die Stadt reagiert damit auf eine Entwicklung, die sich schon länger abzeichnet. Ähnliche Maßnahmen wurden auch in anderen Städten mit positiven Ergebnissen umgesetzt, wie etwa bei der verstärkten Kontrolle in Kassel und Göttingen.
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Petra Broistedt setzt auf sichtbare Sicherheit
Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD) betont den präventiven Charakter der Maßnahme. Die Einrichtung der Zone sei ein wichtiger Schritt zur Stärkung der öffentlichen Sicherheit. Durch die neue Regelung erhält die Polizeiinspektion zusätzliche Kontrollrechte. Laut Broistedt zeigten bundesweite und lokale Befragungen, dass sich viele Menschen an bestimmten Orten unsicher fühlten. Engmaschige Kontrollen sollen sowohl das tatsächliche Sicherheitsniveau als auch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung erhöhen.
Broistedt sieht das Projekt als Teil einer breiteren Strategie zur Verbesserung des städtischen Umfelds. Es reiht sich in eine Reihe anderer Sicherheits- und Stadtentwicklungsmaßnahmen ein, etwa in die jüngsten Initiativen zur Verkehrssicherheit und Stadtbeleuchtung. Über ähnliche Entwicklungen berichtete zuletzt auch der Artikel „Göttingen leuchtet in der Nacht der Lichter“.
Christian Schmetz nennt steigende Kriminalitätszahlen
Erster Stadtrat und Ordnungsdezernent Christian Schmetz unterstreicht die Bedeutung aktueller Polizeidaten. Die Zahl der Straftaten mit Waffeneinsatz in der nördlichen Innenstadt ist von 8 im Jahr 2019 auf 10 im ersten Halbjahr 2025 gestiegen. Dazu kommen zahlreiche Delikte ohne Waffen, die vor allem an Wochenenden und in den Abendstunden stattfinden.
Bei der Auswahl der Zonen wurde die Kriminalitätsrate entscheidend berücksichtigt. Ziel sei es, die Orte mit der höchsten Belastung gezielt zu erfassen. Diese Vorgehensweise ist nicht neu und steht im Einklang mit der städtischen Präventionsstrategie, über die auch andere Projekte berichten, wie die Zunahme von Fahrraddiebstählen in Göttingen.
Kosten und nächste Schritte
Die Einrichtung der Verbotszone wird rund 4000 Euro kosten. Der Betrag umfasst die Beschilderung sowie organisatorische Maßnahmen zur Kontrolle. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeiten behandelt und mit Bußgeldern geahndet.
Am 17. November wird das Thema in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Feuerwehr, Ordnung und allgemeine Verwaltungsangelegenheiten im Neuen Rathaus diskutiert. Die Sitzung beginnt um 16.30 Uhr. Die Entscheidung des Rates am 12. Dezember gilt als entscheidend für die Umsetzung des Projekts.
Mit dieser Maßnahme will Göttingen zeigen, dass kommunale Sicherheitspolitik auch auf lokaler Ebene wirkungsvoll gestaltet werden kann – mit klaren Regeln, gezielten Kontrollen und sichtbarer Präsenz.
Quelle: HNA