Vielfalt seltener Gehölze am Nordcampus entdecken
Vielfalt seltener Gehölze am Nordcampus entdecken, Foto: Pexels

Der Forstbotanische Garten der Universität Göttingen erhält in den kommenden fünf Jahren 675.000 Euro Förderung von der Eva Mayr-Stihl Stiftung. Mit diesem Beitrag soll die Anlage zu einem modernen Ort für Forschung, Lehre und Naherholung ausgebaut werden. Ein neuer Kustos, Dr. Fabian Brambach, übernimmt die Leitung und bringt zusätzliche Pläne für die Zukunft des Gartens mit.

Inhaltsverzeichnis:

Fabian Brambach übernimmt Leitung

Seit 2023 ist Dr. Fabian Brambach neuer Kustos des Forstbotanischen Gartens. Er möchte die Anlage stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken. Dazu plant er ein erweitertes Angebot für Besucher. Neben klassischen Führungen sind Lesungen und Konzerte vorgesehen. Das Veranstaltungsprogramm soll 2026 starten.

Brambach betont die Rolle des Gartens als lebende Sammlung. Für ihn ist es ein besonderer Schritt, nun mit tausenden lebenden Gehölzen arbeiten zu dürfen. Zuvor forschte er vor allem in Herbarien mit getrockneten Pflanzen.

Botanischer Schatz am Nordcampus

Die Gehölzsammlung der Universität umfasst über 1.500 Arten. Insgesamt wachsen auf einer Fläche von rund 40 Hektar mehr als 2.000 Arten. Damit gehört die Anlage zu den größten ihrer Art im deutschsprachigen Raum.

  • eine lebende Referenzbibliothek für Wissenschaftler
  • Untersuchungsmaterial für Studierende
  • ein wichtiges Genreservoir für Forschungsthemen wie Klimaanpassung oder Biodiversität

Die Sammlung liegt am östlichen Rand des Nordcampus, nahe der Bundesstraße 27. Besucher erreichen den Eingang über den Abzweig nach Nikolausberg und die Straße „Am Faßberg“.

Anwesenheit seltener Arten
Anwesenheit seltener Arten, Foto: Pexels

Förderung durch Eva Mayr-Stihl Stiftung

Die Stiftung stellt 675.000 Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren bereit. Damit sollen zentrale Projekte umgesetzt werden. Geplant sind eine neue App und zusätzliche Hinweistafeln, um Informationen verständlich darzustellen. Außerdem soll eine Bestandsaufnahme durchgeführt werden, um die Sammlung gezielt an Klimaveränderungen anzupassen.

Das Leitungsteam will neue Arten etablieren und die bestehende Vielfalt erhalten. Professor Holger Kreft, wissenschaftlicher Leiter des Gartens, betont die Bedeutung dieser Förderung. Er sieht darin die Möglichkeit, längst geplante Ideen nun in die Praxis umzusetzen.

Reise durch die Welt der Gehölze

Das Pflanzengeographische Arboretum im Anschluss an den Forstbotanischen Garten führt Besucher durch verschiedene Regionen der nördlichen Hemisphäre. Die Route reicht von Mitteleuropa über Nordamerika bis nach Japan, Korea und China. Auch Kaukasus und Kleinasien gehören dazu. Insgesamt spiegelt das Arboretum die Vegetation von etwa 20 Prozent der weltweiten Landfläche wider.

Besonderheiten der Anlage:

  1. Rund 1.000 Gehölzarten sind nach Familien geordnet.
  2. Obstgehölze wachsen auf weitläufigen Wiesenflächen.
  3. Seltene Arten sind für Forschung und Naturschutz von Bedeutung.

Blick über Göttingen

Neben wissenschaftlichen Zielen bietet der Forstbotanische Garten auch Erholung. Ein Aussichtspunkt im oberen Teil der Anlage ermöglicht den Blick auf Sonnenuntergänge über Göttingen. Damit verbindet sich die botanische Vielfalt mit einem besonderen Naturerlebnis für Besucherinnen und Besucher.

Quelle: HNA